Tag Archiv | Priming-Effekt

Über den Priming-Effekt, Neuro-Nonsens und die Reproduzierbarkeit von Studien

Stefanie Schramm berichtet auf ZEIT.de über einen heftigen Streit unter Forschern, in dem die Resultate von sozialpsychologischen Studien angezweifelt werden. Es lohnt sich einen Blick auf diese Diskussion zu werfen, zumal die Erkenntnisse der entsprechenden Studien oft für die Conversion Rate Optimierung und im Neuromarketing herangezogen werden.

So dient ein Experiment des US-amerikanischen Sozialpsychologen John Bargh aus dem Jahr 1996 oft als Paradebeispiel für den so genannten „Priming-Effekt„: Bargh ließ seine Probanden Sätze aus Wörtern bilden, die mit dem Alter in Verbindung gebraucht werden („grau“, „Glatze“, „vergesslich“ etc.). Der Psychologe fand heraus, dass die Probanden anschließend deutlich langsamer in einen anderen Raum liefen als die Kontrollgruppe, die Wörter mit „neutralen“ Begriffen gebildet hat.

Stéphane Doyen von der Freien Universität Brüssel hat das Experiment allerdings wiederholt und konnte den Priming-Effekt nicht nachweisen. Barghs Reaktion auf die Replikationsstudie und die damit einhergehende Kritik an seinem Experiment viel relativ heftig aus (siehe hierzu auch A failed replication draws a scathing personal attack from a psychology professor).

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